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Fahrrad frühlingsfit machen

Fahrrad fit machen für den Frühling. Stand im Winter draußen.

Den ganzen Herbst und Winter habe Ich mein Stadtrad draußen stehen lassen. Jetzt im Frühling heißt es Bestandsaufnahme und Reparatur.

Eine Mischung aus Neugier und Faulheit hat mich zu diesem kleinen Experiment getrieben. Egal ob Regen oder Schnee, mein Fahrrad habe ich sei dem Herbst konsequent vor der Tür, nicht überdacht, stehen lassen. Und das, obwohl ich es täglich nutze. Für den Weg zur Arbeit, in der Freizeit, solo oder mit Kindersitz oder Kinderfahrradanhänger.

Bei meinem Stadtrad handelt es sich übrigens um einen alten Stahlrenner der Marke Motobecane.

Bestandsaufnahme: Wie hat das Wetter dem Fahrrad geschadet?

Ich muss zugeben, dass ich schon zwischenzeitlich immer wieder an eine Reparatur gedacht habe, da so Einiges kaputt gegangen ist:

  • Dreck wohin man schaut.
  • Jede Menge Flugrost, bspw. am Rahmen, Ritzeln oder Kettenblättern.
  • Eine völlig verrostete Kette.
  • Brems- und Schaltzüge hinüber.
  • Verschlissenes Lenkerband.
  • Eine gebrochene Speiche.
  • Eine gerissene Felge.

Im gleichen Zeitraum stand übrigens das deutlich neuere Trekking-Rad von meiner Frau ebenfalls draußen. Dort halten sich die Probleme stark in Grenzen. Minimal Flugrost an ein paar nicht rostfreien Schrauben, eine defekte Kette und ein wenig Dreck. Interessant. Gut getan hat es aber ihrem Rad auch nicht.

Fit für den Frühling. Jetzt wird repariert.

Der Dreck muss ab

Am besten ist es, wenn man das Rad zunächst einmal gründlich reinigt. So wird auch deutlicher, wo es wirklich Schäden gibt und was vielleicht einfach nur verdreckt war. Außerdem macht es wenig Spaß an einem dreckigen Fahrrad herumzuschrauben.

Zunächst habe ich dafür aber verschiedene Anbauteile entfernt, zum Beispiel die Halterung vom Kindersitz oder den Flaschenhalter, und alle Teile, die eh ausgetauscht werden müssen, hier bspw. die Kette. Das macht es insgesamt etwas einfacher.

Für die Reinigung benutze ich einfach alte Lappen oder Textilien, einen Eimer mit Spüli und Wasser sowie WD-40. Ja, WD-40 eignet sich sehr gut, um hartnäckigere Verschmutzungen zu entfernen. Für den Rahmen kann man auch gut einen Auto-Lackreiniger benutzen.

Nachdem das Rennrad wieder sauber war, sah es zwar schon wieder deutlich besser aus, aber die Probleme sind leider nicht verschwunden.

Entrosten

Insbesondere an Bauteilen, die im Laufe der Jahre Beschädigungen durch Kratzer, Abrieb o. ä. davongetragen haben, hat sich einiges an Flugrost gebildet. Oft kann man große Teile davon bereits bei der Reinigung schon abschrubben.

Für den übrig gebliebenen Flugrost eignet sich ein Rostumwandler. Den könnt ihr am besten direkt nach der Reinigung mit einem Pinsel auftragen. Bei vielen Umwandlern sollte der Untergrund dabei noch leicht feucht sein. Nachdem ihr alle Stellen behandelt habt, lasst ihr den Rostumwandler länger einwirken. Das kann bis zu 48 Stunden dauern. Ihr merkt das je nach Produkt daran, dass sich eine Schicht auf dem Rost gebildet hat. Schaut dazu in die Gebrauchsanweisung. Anschließend könnt ihr den umgewandelten Rost einfach abwaschen.

Bei hartnäckigerem Rost, könnt ihr den Vorgang einfach wiederholen oder je nach Bauteil ganz vorsichtig zunächst einmal wegschmirgeln.

Schäden am Rahmen beheben

Rost am Rahmen bedeutet oft, dass Lackbeschädigungen bereits bis auf das Rahmenmaterial, in meinem Fall Stahl, durchgedrungen sind. Hier könnt ihr zwar auch mit Rostumwandler arbeiten, allerdings müsst ihr die Stellen später eh ausbessern. Zumeist wird es sich ja um kleinere Beschädigungen handeln. Ihr müsst als nicht gleich den gesamten Fahrradrahmen neu lackieren.

Kleine Stellen könnt ihr am besten zunächst ein wenig größer abschleifen, bis der Rost vollständig entfernt ist. Danach verwende ich auch hier den Rostumwandler.

Anschließend verwende ich gerne Autolack oder Modellbaufarbe, um die kleinen freigelegten Stellen. Modellbaufarbe hat den Vorteil, dass man sie in kleinen Mengen und in unzähligen Farben bekommt. Also optimal für ausgefallene oder sehr bunte Fahrradrahmen.

Die Farbe könnt ihr einfach mit einem Pinsel in einer oder mehreren Schichten auf die entsprechenden Stellen auftragen und gut aushärten lassen.

Alle Schrauben kontrollieren

Beim Fahrrad sollte man eh regelmäßig alle Schrauben kontrollieren. So natürlich auch beim „Frühjahrsputz“. Achtet dabei, sofern bekannt, auf die richtigen Anzugsmomente. Wenn ihr die nicht kennt: Für viele Bauteile gibt es hier Faustformeln. Und denkt daran, „Nach fest, kommt ab“.

Neu Fetten und Ölen

Durch das Wetter im Herbst und Winter dürften viele Bauteile an eurem Fahrrad nicht mehr ausreichend geschmiert sein. Wer richtig viel Zeit und Lust hat, kann natürlich das Rad einmal komplett zerlegen und alle Teile schmieren. Je nach Beanspruchung mache ich das durchaus ab und zu. Oder wenn ich ein altes Fahrrad neu aufbaue oder reparieren („Altes (vintage) Rennrad restaurieren“).

Wenn ihr eine neue Kette einbaut, könnt ihr auf Kettenöl verzichten. Kugellager- und Montagefett braucht ihr auch nur, wenn ihr Teile demontiert habt, bei denen das notwendig ist. Ein Universalfett reicht hier aber auch für einfache Anwendungen. Ansonsten seid ihr bei vielen beweglichen Teilen mit WD-40 gut gerüstet.

Neue Kette

Wenn eure Fahrradkette so aussieht, wie auf meinem Bild, dann könnt ihr die gleich wegschmeißen. Wenn eure Kette noch gut aussieht, könnt ihr euch einer Kettenmesslehre bedienen, um herauszufinden, ob eure Kette verschlissen ist.

Bei dem vielen Rost an meiner Kette war es gar nicht mehr so einfach, abzulesen, was das für ein Typ war. Die alte Kette einfach erneut zu kaufen, ist sicherlich der einfachste Weg, um die richtige Kette zu finden. Ansonsten müsst ihr darauf achten, dass die neue Kette zu eurer Fahrradschaltung passt.

Die alte Kette könnt ihr auch nutzen, um die richtige Länge, Anzahl an Kettengliedern, für die neue Fahrradkette zu bestimmen. Legt dazu einfach alte und neue Kette nebeneinander und kürzt mit einem Kettennieter.

Neues Lenkerband

Aktuell ist das Lenkerband mehr ein optisches Problem. Ich werde damit auch noch ein paar Tage warten, denn ich möchte bei dem Rennrad die Rahmenschaltung zu einer Schaltung am Lenker über die Brems-Schalthebel umbauen. Dann muss das Lenkerband eh runter.

Neue Brems- und Schaltzüge

Auf den ersten Blick sahen die Brems- und Schaltzüge schlimmer aus, als es war. Aber da die wirklich kein Kostenpunkt sind, habe ich sie gleich mit ersetzt. Außerdem will ich lieber nicht riskieren, dass mir insbesondere die Bremszüge irgendwann mal reißen, wenn ich sie brauche. Diese kleine Anleitung, hilft euch vielleicht beim Wechsel von „klassischen“ Bremszügen weiter: „Bremszüge (Bowdenzüge) wechseln“.

 

Gebrochene Speiche ersetzen

Gebrochene Speichen sind ärgerlich, aber auch meist problemlos zu wechseln. Einzig die Speichen am Hinterrad auf der Seite der Ritzel können es erforderlich machen, dass man die Ritzel vorher entfernt. Ich schreibe gerade noch an einer Anleitung zum Thema kaputte Speiche ersetzen. Folgt bald…

Wichtig finde ich auch noch, dass man die mögliche Ursache eines Speichenbruchs identifiziert. Bei mir war das wohl leider der Kindersitz, der dann doch zu schwer war für das Rad.

Neue Felge einbauen

Da die hintere Felge einen Riss hat, muss sie leider komplett ausgetauscht werden. Das einfachste wäre natürlich ein komplett neues Hinterrad, aber das ist erstens viel teurer, als nur eine neue Felge und zudem bekommt man für alte Räder, wie meins hier, selten vollständig aufgebauten Laufräder, die passen.

Für den Felgenwechsel schreibe ich zurzeit auch noch einen neuen Beitrag.

Fazit

Selbst bei qualitativ hochwertigen, neueren Rädern, hinterlässt das Wetter seine Spuren und auch hier ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Schäden kapital ausfallen. Bei älteren Rädern ist das noch mal deutlich schneller der Fall.

Natürlich konnte ich das meiste reparieren oder ersetzen. Aber der zeitliche und finanzielle Aufwand ist dabei nicht gerade klein – vorausgesetzt, man kann und will das überhaupt selber machen. Wenn man die Gelegenheit hat, sein Rad im Trockenen unterzustellen, dann sollte man diese auch nutzen. Selbst, wenn das bedeutet, dass man sein Rad jeden Tag mindestens zweimal eine steile Kellertreppe hinauf und hinunter tragen muss. Sonst hat man keine lange Freude am geliebten Fahrrad.

Kommentare

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  1. M. Bick

    Habe gestern von einem befreundeten Fahrrad-Bastler den Tipp bekommen für Kettenschmiere herkömmliches Motoröl zu nutzen! Das Motoröl hat eine deutlich höhere Klebekraft und „frisst“ sich in die Zwischenräume, wohingegen herkömmliches Kettenöl lediglich die Oberfläche schmiert und die Innenräume somit auf Dauer trocken legt.
    Super Blog, vielen Dank und viele Grüße
    M. Bick

    10.04.2019, 01:04 Uhr
    • Olli

      Interessanter Gedanke 🤔, habe ich so noch nie gehört.

      Und vielen Dank für’s Lob!

      10.04.2019, 03:04 Uhr