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gebrochene Speiche

Gebrochene Speiche am Fahrrad reparieren

Eine gebrochene Speiche kommt zum Glück nicht regelmäßig vor. Wenn aber doch, dann sollte man diese zügig reparieren und zukünftig vorbeugen.

Darf man mit einer gebrochen Speiche weiterfahren?

Man muss jetzt nicht direkt abspringen und den Rest der Radtour schieben, wenn eine Speiche bricht.

Als erstes solltet ihr die Speiche so sichern, dass sie sich nirgends verhaken kann, denn das kann gefährlich werden. Oder am besten gleich ganz entfernen.

Wie lange ihr gefahrlos mit einer gebrochenen Speiche fahren könnt oder solltet, kann man schwerlich sagen. Das hängt von der Gesamtanzahl der Speichen, deren Zustand und Durchmesser im betroffenen Laufrad genauso ab, wie von dem, was man mit dem Rad anstellt.

Wenn ihr länger mit einer gebrochenen, bzw. fehlenden Speiche fahrt, riskiert ihr in jedem Fall eine Unwucht (Höhen-, Seitenschlag) im Laufrad und das Risiko, dass weitere Speichen brechen, steigt. Außerdem kann es zu Beeinträchtigungen der Felge kommen.

Fazit: Schnellstmöglich ersetzen, der Aufwand ist nun wirklich überschaubar.

Ursache des Speichenbruchs identifizieren

Zwar wollen wir die defekte Speiche natürlich so schnell wie möglich austauschen, aber zunächst lohnt ein Blick auf mögliche Ursachen. Das geht am besten direkt.

Schaut euch zunächst einmal den Zustand der Speiche an. Wirkt diese an sich in Ordnung? Also kein Rost, keine starken Beschädigungen (außer den Bruch) oder starke Abnutzungserscheinungen etc. Wie sieht es ggf. mit den anderen Speichen aus?
Wenn hier die Ursache liegt, dann solltet ihr ggf. über einen größeren Austausch nachdenken.

Dann guckt auf die Bruchstelle. Ein Klassiker ist bei Speichen mit Speichenbogen, dass diese im Bogen brechen. Hier gibt es Speichen, die extra dort verstärkt sind.

Eine typische Ursache von Speichenbrüchen ist zu hohes Gewicht. Bei mir zum Beispiel durch einen zusätzlichen Kindersitz. Ggf. helfen hier dickere Speichen, aber es steht durchaus zu befürchten, dass Felge und Rahmen auch nicht dafür ausgelegt sind. Zuletzt ist mir dadurch sogar eine Felge gerissen.

Die Ursache kann auch in einer falschen Speichenspannung, in der Regel zu gering, liegen. Dann biegt sich die Speiche bei Belastung zu stark durch.

Defekte Speiche ausbauen

Durch die Ritzel gestaltet sich der Speichenausbau am Hinterrad in der Regel schwieriger als am Vorderrad. Oft muss das ganze Ritzelpaket zuvor runter.

  1. Generell solltet ihr erst einmal das Laufrad ausbauen.
  2. Dann Reifen und Schlauch abmontieren.
  3. Zusätzlich das Felgenband entfernen.
  4. Und zuletzt die Speiche raus nehmen.

Ersatzspeiche besorgen

Beim Kauf einer neuen Speiche müsst ihr ein paar Dinge beachten. Und wenn ihr erst einmal die richtige Speiche habt, legt euch einfach noch ein paar auf Vorrat. Die Kosten liegen im Cent-Bereich.

Speichentypen

Grundsätzlich könnt ihr schon mal Speichen mit Speichenbogen (J-Bend), mit zwei Speichenbögen (W-Speiche) und gerade Speichen (Kopfspeiche, Straightpull) unterscheiden. Erstere haben quasi einen kleinen Haken am Ende, wo die Speiche in die Bohrung am Nabenflansch eingesetzt wird (also nicht das Ende mit dem Gewinde).

Dann könnt ihr noch den Formverlauf der Speiche unterscheiden:

  • Gerade Speiche: Konstanter Durchmesser.
  • Eindickend-Speiche (ED): Im Bogen dickerer Durchmesser als im Rest.
  • Doppeldickend-Speiche (DD): Dünnerer Durchmesser im Mittelteil der Speiche, während die Enden dicker sind.
  • 3D-Speiche: Wie eine DD-Speiche, nur dass der Bogen noch mal dicker ist.
  • Messer-, Säbel- oder Aerospeiche: Nicht rund, sondern flach im Mittelteil. Muss bei der Montage richtig ausgerichtet werden.
  • Z-, Wellen- oder Rödelspeiche: Wellenartige Form der Speiche.
  • Ansonsten gibt es teilweise auch Spezialsysteme von einzelnen Herstellern.

Speichenmaterial

Bei den Materialien findet ihr vornehmlich rostfreien oder verchromten bzw. verzinkten nicht rostfreien Stahl, Titan, Carbon oder Messing.

Titan ist angeblich hinsichtlich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses nicht sinnvoll, Carbon nicht bruchsicher und verchromte oder verzinkte Stahlspeichen billig (und eben nicht rostfrei).

Am besten fahrt ihr also in der Regel mit rostfreien Stahlspeichen und dazu Aluminiumnippel.

Speichendurchmesser

Beim Durchmesser kommt es natürlich erst einmal auf den Speichenaufbau bzw. die Form (siehe oben) an. Am besten ihr orientiert euch beim Austausch an den anderen Speichen und messt, sofern euch der Typ nicht genau bekannt ist, mit einem digitalen Messschieber nach (an beiden Enden und im Mittelteil).

Ihr könnt natürlich ggf. auch eine dickere Speiche einbauen, wenn ihr eine zu dünne Speiche als Problem ausgemacht habt. Ihr müsst nur daran denken, dass ihr ggf. auch einen passenden Speichennippel besorgen müsst, da die Gewinde zueinander passen müssen.

Speichenlänge

Die Speichenlänge wird von der Innenseite des Speichenbogens bis zum anderen Ende inklusive Gewinde gemessen.

Ihr könnt Speichen meist in ein Millimeter Schritten kaufen. Ein genaues Messen ist hier also angebracht. Wobei es in der Regel hier nicht auf ein bis zwei Millimeter Abweichung ankommt.

Bei Mountainbikes und Rennrädern von Erwachsenen habt ihr hier in der Regel Längen irgendwo zwischen 220 mm und 310 mm.

Man kann Speichenlängen übrigens anhand der Bauteile auch exakt berechnen. Dafür findet man u. a. entsprechende Online-Tools.

Bisher habe ich mit den Competition Speichen von DT Swiss gute Erfahrungen gemacht.

Neue Speiche einbauen

Jetzt habt ihr also euer Laufrad ausgebaut, die neue Speiche ist gekauft und was noch fehlt ist der Einbau.

Bei diesem ist es wichtig, dass ihr die Einspeichung, also quasi das Muster der Speichen im Laufrad, exakt fortsetzt. Schaut euch dazu die anderen Speichen an.

Ich gehe jetzt mal von einer Speiche mit einem Speichenkopf aus:

  1. Als erstes fädelt ihr das Gewinde auf der richtigen Seite durch die Bohrung am Nabenflansch.
  2. Dann richtet ihr die Speiche so aus, dass das richtige Speichenmuster (Einspeichung) entsteht. Verbiegt dabei die Speiche nicht zu stark.
  3. Dann verschraubt ihr die Speiche im Speichennippel. Zur Sicherung könnt ihr zusätzlich Schraubensicherung oder Öl (oft liest man Leinöl) verwenden. Letzteres habe ich aber selber noch nicht ausprobiert.
  4. Schraubt die Speiche erst einmal locker fest, maximal bis zum Gewindeansatz. Die richtige Spannung bringt ihr später drauf, wenn ihr das Laufrad zentriert.
  5. Anschließend könnt ihr Felgenband, Reifen und Schlauch wieder montieren und das Laufrad einsetzen (es sei denn, ihr besitzt einen Zentrierständer).

Laufrad erneut zentrieren

Es wäre fast ein Wunder, wenn das Laufrad jetzt direkt komplett rund laufen würde und ihr nicht irgendwo einen Höhen- oder Seitenschlag korrigieren müsst.

Für diese Zentrierung braucht ihr lediglich einen Speichenschlüssel (Nippelspanner). Wer natürlich einen Zentrierständer sein Eigen nennt, sollte den nutzen, aber die Dinger sind schon sehr teuer und man kann sich auch so behelfen.

Ein paar Tipps findet ihr im Beitrag „Hilfe, wenn das Fahrrad eiert – Laufrad zentrieren, Reifen richtig montieren”.

Jetzt solltet ihr wieder startklar sein. Wer noch weitere Tipps zum Thema hat, kann gerne unten einen Kommentar schreiben.

Kommentare

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