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Neoprenanzug für's Schwimmen beim Triathlong

Einsteiger-Neoprenanzug zum Schwimmen für Triathlon-Anfänger bzw. brauche ich den überhaupt?

Einen Neoprenanzug zum Schwimmen für den Triathlon auszuwählen ist wieder eine Wissenschaft für sich. Braucht man als Anfänger überhaupt einen Neo und wenn ja, wie findest du den Richtige?

Ich muss ja ganz klar sagen, dass ich, insbesondere als Einsteiger, großer Fan davon bin, möglichst wenig Equipment zu kaufen. Ich probiere lieber erst einmal länger aus, ob eine Sportart, in diesem Fall Triathlon, etwas für mich ist. Dementsprechend war ich auch froh, dass ich bisher noch keinen Neoprenanzug, oder Wetsuit, benötigt habe.

Worin unterscheidet sich ein Neoprenanzug zum Schwimmen zu Tauch- oder Surf-Neos?

Ich habe mich zu Beginn gefragt, ob ich nicht einfach einen Neoprenanzug vom Tauchen oder Surfen verwenden kann.

Vom Windsurfen hätte ich tatsächlich noch mehrere unterschiedliche Neoprenanzüge. Aber die eignen sich wirklich sehr schlecht zum Schwimmen. Ich fühle mich darin eher wie eine Boje, die auf dem Wasser rumdümpelt und Schwimmen über längere Strecken ist aufgrund des deutlich dickeren Materials und der mangelnden Bewegungsfreiheit deutlich anstrengender.

Grundsätzlich spräche aber gar nichts dagegen, einen solchen Wetsuit auch für den Triathlon zu nutzen. Fast nichts: Denn laut DTU (Deutsche Triathlon Union) darf die „maximale Gesamtmaterialstärke eines Kälteschutzanzuges […] 5 mm nicht überschreiten”. Das trifft bei mir nur auf einen Shorty zu und die anderen Neos sind leider schon echt alt und das Material ziemlich im Eimer. Vielleicht noch als Ultima Ratio…

Brauche ich einen Neoprenanzug beim Schwimmen?

Die Frage kann man in zwei Kategorien unterteilen:

  1. Muss ich einen Neo verwenden?
  2. Möchte, bzw. darf ich einen Neo verwenden?

1. Regeln zum Neoprenanzug – Wann muss ich einen Neo beim Triathlon tragen?

Es gibt tatsächlich unter bestimmten Bedingungen die Pflicht einen Neoprenanzug beim Triathlon zu tragen. Aber die genauen Regeln sind abhängig vom jeweiligen Triathlon-Verband durchaus unterschiedlich.

Nehmen wir mal die aktuelle Sportordnung der DTU (Deutsche Triathlon Union):

Die Wassertemperatur wird von einem Kampfrichter eine Stunde vor dem Wettkampf entlang der Wettkampfstrecke in einer Tiefe von 60 cm gemessen. Die niedrigste dabei gemessene Temperatur ist die offizielle Wassertemperatur.

Grundsätzlich gilt für alle Triathlon-Wettbewerbe und Distanzen der DTU, die nicht in die Altersklasse „Elite“ fallen:

  • Unter 14,0 °C: Kein Schwimmen erlaubt.
  • 14–15,9 °C: Es muss ein Neo getragen werden.

Bei höheren Temperaturen musst du nach Schwimmstrecke unterscheiden:

  • Bis 1.500 m:
    • 16–21,9 °C: Es darf ein Neo getragen werden.
    • Über 22,0 °C: Neoprenanzug verboten.
  • Über 1.500 m:
    • 16–24,5 °C: Es darf ein Neo getragen werden.
    • Über 24,6 °C: Neoprenanzug verboten.

Die Temperaturen beziehen sich natürlich auf die wie oben beschrieben gemessene Wassertemperatur. 😉

2. Warum würdest du einen Neoprenanzug tragen wollen?

Meine Hauptmotivation wäre tatsächlich aktuell nur, dass es beim Triathlon-Wettbewerb eine Neo-Pflicht gibt, aber bei der Recherche bin ich auch auf andere Argumente gestoßen, die für einen Neo sprechen:

  • Ein Wetsuit bietet Kälteschutz beim Schwimmen.
  • Er verbessert gerade für schlechtere Schwimmer die Wasserlage (siehe unten).
  • Er kann den Wasserwiderstand verringern.

Durch die letzten beiden Punkte kannst du eine höhere Schwimmgeschwindigkeit erreichen oder eine bessere Energieeffizienz erzielen und damit Kraft sparen.

Das Ganze hat natürlich auch Nachteile:

  • Du musst den Neo in der Wechselzone erst wieder ausziehen.
  • Das Schwimmen mit ihm solltest du vorab üben.
  • Brustschwimmen ist angeblich aufgrund der geringeren Flexibilität des Materials nicht so optimal.

Wie kannst du einschätzen, ob es eine Neo-Pflicht geben wird?

Letztlich ist das ein Blick in die Glaskugel. Am sinnvollsten kannst du dir meiner Meinung hiermit ein Bild machen:

  1. Fragt beim Veranstalter oder anderen Athleten nach, die bereits Erfahrungen mit dem gleichen Wettbewerb haben, wie deren Einschätzung ist.
  2. Schaut euch die Situation in den letzten Jahren an.
  3. Bewertet die aktuelle Wetterprognose und den aktuellen Verlauf der Wassertemperatur.

Auf der Suche nach einem Neoprenanzug für Einsteiger

Ich wäre gern erst einmal noch drum herum gekommen, aber bei meinem nächsten Triathlon ist eine Neo-Pflicht recht wahrscheinlich. Daher habe ich dann doch geschaut, wie ich im Zweifelsfall an einen käme.

Mein erster Ansatz über Friends & Family war leider bisher nicht erfolgreich. Daher bleibt ggf. nur der Kauf. Ob jetzt gebraucht oder neu, wäre mir egal. Zunächst aber muss ich herausfinden, was man so als Anfänger überhaupt benötigt, bzw. was ausreichend ist – die Dinger sind nämlich gar nicht so günstig.

Worauf solltest du bei einem Modell für Anfänger achten?

Im Prinzip haben fast alle Hersteller von Neoprenanzügen für’s Schwimmen Einsteigermodelle im Sortiment und bezeichnen diese häufig auch entsprechend. Daher hat man grundsätzlich eine sehr große Auswahl, wobei die Preise und die Funktionen zum Teil sehr unterschiedlich sind.

Auftrieb und Wasserlage

Zunächst einmal solltest du dir die Frage stellen, was für ein Schwimmer du bist? Bist du ein guter Schwimmer und deine Wasserlage ist schon sehr gut oder ist das eher nicht der Fall? Neoprenanzüge können deine Wasserlage nämlich durch unterschiedlich dicke Materialien zwischen Rumpf- und Beinbereich verbessern.

Ich bin bspw. kein geübter Schwimmer. Ich kann zwar ganz passabel Kraulschwimmen, aber ich war nie im Schwimmverein oder habe ein gezieltes Training absolviert. Insbesondere mein Beinschlag setzt ab und zu einfach mal aus 🙈. Mir könnte dementsprechend ein Neo helfen, der im Beinbereich dicker ist, als am Rumpf.

Oft finden sich bei den Herstellern dazu Angaben mit zwei oder drei Zahlen:

  • 3/5: 3 mm im Rumpf und 5 mm an den Beinen
  • 3/5/5: 3 mm im Rumpf, 5 mm an der Hüfte und den Beinen

Passform

Die Passform ist meiner Meinung nach das mit Abstand wichtigste Kriterium. Sie beeinflusst diverse andere Eigenschaften, zum Beispiel den Kälteschutz, und mal ehrlich, wie viel Spaß kann das Schwimmen machen, wenn man einen Neo hat, der einfach nicht richtig sitzt.

Insgesamt darf ein Neoprenanzug zum Schwimmen ziemlich eng anliegen und sollte möglichst keine bzw. nur wenig Falten werfen. Dabei sollte er aber natürlich an keiner Stelle einschnüren. Ist der Neo zu weit, findet ein ständiger Wasseraustausch statt, wodurch sich der Kälteschutz verschlechtert und der Wasserwiderstand steigt.

Die Stellen, die beim Schwimmen stark bewegt werden, solltest du besonders beachten. An den Schultern, den Armbeugen darf es bei Bewegungen nicht unangenehm sein. Auch am Hals muss darf er zwar eng sein, aber nicht scheuern oder noch schlimmer, die Luftzufuhr abklemmen. Das gilt auch für den Brustbereich. Ihr solltet ganz entspannt atmen können.

Dass ein Neoprenanzug an Händen und Füßen etwas „hochrutscht”, also etwas höher sitzt, als es normale Kleidung tut, ist durchaus in Ordnung.

Kälteschutz

Da ich kaum Erfahrungen mit Schwimmen in kaltem Wasser habe – wenn man mal vom Anbaden an Neujahr absieht 😉 – kann ich den notwendigen Kälteschutz schwer einschätzen. Ich nehme mal an, dass man auf kurzen Distanzen mit geringerem Kälteschutz auskommt und scheinbar ist für den Kälteschutz die Passform des Neoprenanzuges deutlich wichtiger, als die Materialdicke. Das deckt sich zumindest mit meinen Erfahrungen vom Surfen, denn immer, wenn neues Wasser in den Neo eindringt und altes, bereits erwärmtes Wasser verdrängt, wird es wieder kalt. Ist der Neo entsprechend eng, passiert das weniger häufig.

Es gibt auch Wetsuits, die für spezielle Bedingungen, zum Beispiel Eisschwimmen, gemacht sind.

Material und Verarbeitung

Ein Neoprenanzug zum Schwimmen besteht natürlich primär aus Neopren. Allerdings kommt an verschiedensten Stellen auch anderes Material zum Einsatz. Bspw. werden an Armen und Beinen häufig andere oder anders beschichtete Stoffe verwenden, um das An- und Ausziehen zu erleichtern. Grundsätzlich würde ich dem als Anfänger auf kürzeren Distanzen aber nicht ganz so viel Beachtung schenken.

Die Verarbeitung, insbesondere der Nähte ist sicher nicht unwichtig. Vor allem, wenn man beachtet, dass der Neo eher eng sitzen soll. Hier hilft eine genau Betrachtung und Anprobieren vermutlich am besten.

Länge

Im Wesentlichen gibt es drei unterschiedliche Längen bei Neoprenanzügen:

  • lang: Arme und Beine werden vollständig bedeckt
  • kurz (Shorty): Arme und Beine sind nur ungefähr zur Hälfte bedeckt
  • ärmellos: jeweils bei langen und kurzen Neos möglich

Back-Zip oder Front-Zip?

Da die Auswahl an Modellen mit Reißverschluss am Rücken (Back-Zip) deutlich größer ist, als von Neos mit Reißverschluss vorne am Rumpf (Front-Zip), habe ich mich auf erstere konzentriert. Die sieht man natürlich auch deutlich öfter, auch wenn ich zugeben muss, dass ich einigen Argumenten für den Front-Zip durchaus folgen kann.

Flexibilität und Beweglichkeit

Beim Schwimmen ist eine gute Bewegungsfreiheit, insbesondere im Bereich der Schultern und Armen, beim Brustschwimmen auch im Beinbereich, sehr wichtig. Um also die Schwimmbewegungen gut durchführen zu können, sollte der Neoprenanzug entsprechend flexibel an den jeweiligen Stellen sein. Dem wird häufig durch andere Materialien, Oberflächen oder Materialstärken Rechnung getragen.

Einsteigermodelle sind allerdings oft steifer, dadurch natürlich Robuster und weniger anfällig für Beanspruchung. Als Einsteiger und auf kurzen Distanzen, aber sicher vertretbar.

Meine Auswahlkriterien

  • Auftrieb und Wasserlage: Unterstützung der Wasserlage, insbesondere im Bereich der Beine, verspricht für mich als schlechteren Schwimmer einen kleiner Performance-Boost 😅
  • Kälteschutz: kein spezieller Thermoanzug o. Ä. für extremere Bedingungen
  • Länge: lang, also komplette Körperbedeckung, kein ärmelloser Anzug, Shorty o. Ä.
  • Back-Zip oder Front-Zip: eigentlich egal, aber aufgrund der größeren Verfügbarkeit eher Reißverschluss auf dem Rücken

Der Preis

Eine zentrale letzte Frage bleibt noch offen: Wie viel darf der Neo denn kosten? Die Preisspanne ist schon enorm und fängt irgendwo bei 150 Euro an und geht fast bis auf 1.000 Euro. Das es kein Premiummodell sein muss ist klar. Bei den Neos, die ich gefunden habe, kann man ungefähr noch mal in zwei Gruppen unterteilen, die sich qualitativ unterschieden:

  1. bis ca. 200 Euro: Einfache Modelle, die klare Abstriche in mehreren Bereichen machen.
  2. bis ca. 350 Euro: Modelle, die auch ihre „Schwachstellen” haben, aber in verschiedenen Punkten bessere Qualität liefern.

In deine Überlegungen solltest du in jedem Fall einfließen lassen, ob du diesen Sport regelmäßiger betreiben möchtest, wie oft, ob und welche Leistungsziele du dir setzt, welche Erfahrungen du bisher hast und ob du den Neo auch anderweitig gebrauchen kannst.

Hier mal ein kleiner Einblick in meine Überlegungen:

  • Ich möchte gerne ab und zu – vielleicht einmal im Jahr den Münster Triathlon – mitmachen.
  • Ich habe dabei keine wirklichen Leistungsziele, da es meine Lebenssituation (Familie, Jobs,…) aktuell nicht zulässt, gezielt 3 Sportarten zu trainieren.
  • Außerhalb eines Triathlon-Wettbewerbs werde ich den Neo eher selten bis gar nicht brauchen.
  • Ich habe bisher nur einen Triathlon mitgemacht (zum Erfahrungsbericht).

Aus diesen Überlegungen habe ich für mich festgelegt, dass ich mir primär Modelle angucke, deren Neupreis bis 225 Euro geht – finde ich ja eigentlich schon viel… Aber gebraucht geht da vielleicht noch was und wenn sich das Wetter stabilisiert, wird der Neo ja vielleicht doch nicht notwendig.

Welche Marken und Hersteller für Triathlon-Neoprenanzüge gibt es?

Bei der Recherche nach einem Neoprenanzug bin ich immer wieder auf die folgenden Marken und Hersteller gestoßen:

  • 2XU
  • Aqua Sphere
  • Arena
  • Blueseventy
  • Dare2Tri
  • Head
  • Huub
  • Orca
  • ROKA
  • Sailfish
  • ZAOSU
  • Zone3
  • Zoot

Es gibt natürlich noch mehr, aber irgendwo musste ich mal Schluss machen. Wer natürlich von anderen Herstellern noch gute Tipps hat, kann das sehr gerne in den Kommentaren ergänzen.

Welche Neo-Modelle kommen für Anfänger in Frage?

Mit der Liste von oben, habe ich mich auf die Suche nach konkreten Modellen (Zeitpunkt: Mai 2021) gemacht, die laut Hersteller für Einsteiger geeignet sind und meinen Kriterien entsprechen. Ein paar Modelle und Marken sind dabei gleich weggefallen.

Aufgrund von Corona finden leider keine Testschwimmen statt und ich wollte natürlich nicht zig Modelle bestellen und dann wieder zurückschicken. Daher habe ich im Internet und über andere Quellen die wenigen Tests und Erfahrungsberichte zu den verschiedenen Modellen gesucht. Leider habe ich hier nicht wirklich viel gefunden. Wenn du Erfahrungen mit konkreten Modellen hast, teile diese doch gerne in den Kommentaren. 🙌
Die Preise sind alle von Mai 2021.

Am interessantesten finde ich übrigens auf den ersten Blick die Modelle 2XU Propel P:1, Orca S7 und Zone3 Vision.

2XU

Arena

  • Modell: Triwetsuit
  • Online-Preis: 149,99 €

Blueseventy

Dare2Tri

HUUB

  • Modell: Axiom 3.5
  • Online-Preis: 205,99 €

Orca

  • Modell: TRN Thermo
  • Online-Preis: 150,00 €

Sailfish

ZAOSU

Zone3

Neoprenanzug-Testschwimmen: Probieren geht über Studieren

Bisher sind alle Überlegungen zu den Neoprenanzügen natürlich nur theoretischer Natur und da jeder Körperbau unterschiedlich, jedes Trageempfinden anders und die Angaben der Hersteller zu Größen oft unzureichend sind, ist es am besten, wenn du nach einer Vorauswahl verschiedene Neos ausprobierst.

Dafür gibt es extra sogenannte Testschwimmen. Manchmal von den Herstellern direkt, manchmal von Veranstaltern oder Vereinen. Wenn du die Möglichkeit hast, an einem Testschwimmen teilzunehmen, dann mach das in jedem Fall.

Titelbild von Susan Flynn, Surf-Bild von frank mckenna, Orca-Neo-Foto von Orca auf Unsplash.

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